Im Jahr 2019 haben wir über vier Monate hinweg die Bewohner*innen Oberhausens befragt, was sie in Ihrem Theater sehen wollen.
In Fußgängerzonen, Einkaufscentern, Bibliotheken, Krankenhauskantinen, auf dem Arbeitsamt, im Fußballstadion, an Bushaltestellen… überall wollten wir wissen, was die Oberhausener*innen sich auf der Bühne wünschen.

Aus über 1.000 Ideen und Vorschlägen wurde auf zwei großen Stadtversammlungen vom Publikum entschieden, wie das Stück aussehen soll, das wir auf der großen Bühne des Stadttheaters Oberhausen realisieren müssen. Thema, Stoff, Genre, Regiekonzept, Bühnenbild, Kostüme, Musik – über all das wurde verbindlich von den Bürger*innen der Stadt abgestimmt. Und das Ergebnis lautete: „FROM HORROR TILL OBERHAUSEN“ – eine Mischung aus dem Film „From Dusk Till Dawn“ aus der Feder von Quentin Tarantino und dem Kult-Musical „Rocky Horror Show“ von Richard O‘ Brien. Zudem sollte es eine Komödie werden und nicht zuletzt „etwas, das es noch nicht gibt“.

Also haben wir uns ans Werk gemacht, Oberhausens Auftrag zu erfüllen. Doch just als im Frühjahr 2020 die Proben beginnen sollten, setzten die Corona-Pandemie ein und der Theaterbetrieb aus. In der Folge wurde das geplante Theaterstück zu einem turbulenten Film modifiziert, der sich weiterhin anschickt, alle Vorgaben der Oberhausener*innen zu erfüllen. Inspiriert von den beiden großen Vorlagen entstand unter vollem Einsatz des Ensembles ein neuer Kultfilm in und für Oberhausen.

Im Zentrum der maßgeschneiderten Story steht einmal mehr die Theatergruppe „Kollektiv Panorama“, welche nach Oberhausen kommt, um auf der städtischen Bühne einen Theaterhit zu landen. Dabei werden die drei Gründungsmitglieder Maren, Janette & Bernd von einem Dokumentarfilmteam begleitet, das ihren innovativen Theateransatz für die Nachwelt festhalten will.
Alles läuft wie am Schnürchen, der Intendant ist auf ihrer Seite, sie finden Verstärkung aus der Stadtbevölkerung, die Proben sind in vollem Gange. Aber schon bald wird am Büdchen gemunkelt, dass hier etwas nicht stimmt. Warum schottet sich die Truppe mehr und mehr von der Außenwelt ab? Warum kommt es plötzlich gehäuft zu merkwürdigen Zwischenfällen? Warum muss Hauptkommissar Sommers Ermittlungen gegen das Kollektiv Panorama einleiten? Womit hat sich die Stadt nur angesteckt?

Die selbst geschriebenen Songs sind von den Glam Rock-Nummern Frank N Furters & Co inspiriert. Und auch der Vampirhorror aus „From Dusk Till Dawn“ kommt hier nicht zu kurz. Beide Elemente gehen in „From Horror Till Oberhaussen“ ihre noch nie dagewesene Verbindung ein. Aber ist das, was Oberhausen wollte, auch das, was ihr wollt?

Noch mehr Infos, alle Abstimmungsergebnisse aus Oberhausen, Zusatzmaterial, das offizielle Programmheft und vielleicht schon bald wieder den ganzen Film gibt es auf der Projekt-Website: www.fromhorrortilloberhausen.de


Eine Produktion von FUX & Theater Oberhausen.
Gefördert im Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes.

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Doppelpass
Übers Mitmachen
  • „Das alles ist erstaunlich cool und treffsicher, vor allem aber lebendig inszeniert, gefilmt und gespielt. Die Geschichten stimmen, die Figuren sind so leicht übertrieben gestaltet, dass man noch gerne mit ihnen geht und bei ihrem nie lauten Spiel mit nahezu allen denkbaren heutigen Theaterklischees lustvoll – und manchmal leicht angeekelt – zuschaut. Dabei wird das Theater, werden Bühne und Backstagebereich als Schauplatz geradezu liebevoll in Szene gesetzt. (…)
    Die von Nils Weishaupt, Tino Kühn und Jan Arlt erdachten und eingespielten Songs sind stimmig und wirkungsstark und im Ensemble wird hervorragend und – sehr wichtig! – unprätentiös gesungen. Und die Bilder sind exquisit, besonders die Animationen zu Beginn und der Schnitt von der psychedelischen Kneipe mit den lustigen Vampirfratzen in den Greenscreen-Raum (…)
    Tolles Ding also. Ich habe mehrfach laut gelacht, alleine vor meinem Computerbildschirm. Und war begeistert davon, wie hier der Medientransfer funktioniert, dass ich einen nicht nur ästhetisch attraktiven Film zu sehen bekomme, in dem das Theater lebendig zu Wort kommt.“

    Die Deutsche Bühne, 11.12.2020


    „In seinem ersten, etwas zu ausführlich erzählten Teil dokumentiert der Film nun sein Making-of als bürger:innennahes Partizipationsprojekt, bevor er den Probenprozess des fiktiven Theaterkollektivs Panorama mit einem selbstironischen Blick durchs Kameraauge begleitet. (…) Nachdem der Film seine ausgiebige Selbstkritik im ersten Drittel erst einmal überwunden hat, geht der Trip so richtig los (…) das aber schauspielerisch, musikalisch und ausstattungstechnisch zunehmend überzeugend bis geradezu virtuos. Am Ende des gekonnt trashigen Spektakels landet die mittlerweile nicht mehr so freiwillige Gemeinschaft aus Menschen und Vampiren zum Tarantino-esken Showdown in einer Bar namens «Transatlantik». Das düstere blutrote Bunker-Ambiente erinnert hier trotz augenfälliger Glamour-Anstrengung an Ida Müllers/Vegard Vinges Raumzumutungen, die Musik wird aufwühlend und das Geschehen hochinfektiös.“

    Theater heute, April 2021


    „Man muss den Trash bis zu einem gewissen Punkt ernst nehmen und das schaffen sie. Man merkt einfach, das ist ein Ensemble von Format, das diese völlig durchgeknallten Rollen spielt. (…) Alle, die mitwirken, sind mit einem riesigen Spaß dabei, aber auch mit einer Glaubwürdigkeit, die gerade in dem Mockumentary-Teil sehr wichtig ist. Schauspielerisch ist das ein großer Spaß. (…)
    Falk Rößler und Nele Stuhler von der Gruppe FUX wissen genau was sie tun, sowohl im Film als auch im Trash als auch im Theater. Das hat einen gewissen Stil. (…) Ich hatte insgesamt schon wirklich eine große Freude das gestern Abend zu streamen.“

    WDR5, Mosaik, 12.12.2020


    „Die Zuschauer feiern ‚From Horror Till Oberhausen‘. Die Künstlergruppe FUX und das Theater Oberhausen präsentieren online einen Genre-Mix vom Feinsten. (…) Nur wenige Wünsche blieben offen. (…) Die Sehnsucht nach der Bühne ist im Spielfilm aber allgegenwärtig. Wenn in der letzten Dreiviertelstunde getanzt, gesungen und gemetzelt wird, wächst der Wunsch nach der Theaterkarte statt des schnellen Klickvergnügens weiter. Auch wenn „From Horror Till Oberhausen“ wirklich gelungen ist: Künstler aller Couleur haben genug geblutet.“

    Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 14.12.202


    „Die Werkstatt mit einem schrottreifen Wohnwagen, die Bühne sowie die Maske bieten wunderbare Hintergründe für eine exzellente Kameraführung, bei der Jost von Harleßem von Nazgol Emami unterstützt wird. Da gibt es abwechslungsreich wirklich nahezu alles, was der Filmenthusiast sich von einem solchen Werk wünscht.
    Überhaupt ist mit dem Monolog Was ihr wollt, den Anna Polke brillant serviert, der Durchbruch geschafft. Ab jetzt gibt es die versprochene Mischung der beiden Kultwerke. Hier kann die großartige Besetzung, die schon im ersten Teil außerordentlich gut gefiel, noch einmal drauflegen. Als das Ensemble beim Blutbad-Boogie und damit endlich bei der Rocky Horror Show angekommen ist, nimmt auch die Musik Fahrt auf. Jan Arlt, Tino Kühn und Nils Michael Weishaupt punkten mit deutschen Texten, schließlich soll ja ein Musical gezeigt werden, und musikalischer Vielfalt, die nicht mit Zitaten aus beiden Filmen spart, aber das Geschehen auch mit eigenen Einfällen abrundet.
    Insgesamt ist hier eine großartige Produktion gelungen, die zeigt, dass Theaterleute sehr wohl in der Lage sind, ihr Publikum auch online zu begeistern.“

    O-Ton Kulturmagazin, 11.12.2020


    „Herausgekommen ist eine wilde Mischung. (…) „From Horror Till Oberhausen“ ist nicht nur eine Parodie auf den Horrorfilm, sondern auch auf das Theater.“

    Welt am Sonntag, 10.12.2020


    „Es ist durchaus vielschichtig, es hat wirklich Witz und Humor, ist mit 2 Stunden vielleicht ein kleines bisschen lang geraten und die eine oder andere kleine Albernheit ging mir dann doch etwas zu weit, aber an sich finde ich das ein wirklich gelungenes und sehr unterhaltsames Projekt. (…) Das ist eine tolle Idee, die das FUX-Kollektiv da gehabt hat. (…) Es ist ein sehr langer Weg, das Theater zu öffnen, aber hier ein wirklich interessanter.“

    Deutschlandfunk Kultur, Fazit,, 11.12.2020

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    Trailer: Siegersbusch Film

  • 11.12.2020 / Online-Stream auf www.nachtkritik.de (Premiere)
    12.-31.12.2020 / Online Stream auf www.fromhorrortilloberhausen.de
    18.-21.03.2021 / Online-Stream am Theater Oberhausen

  • Das zweijährige Projekt „WAS IHR WOLLT“ von FUX, Theater Oberhausen & Schauspielhaus Wien
    Gefördert im Programm „Doppelpass Plus“ von der Kulturstiftung des Bundes

    Die Frage nach größerer gesellschaftlicher Teilhabe ist derzeit im gleichen Maße brennend, wie sie nicht befriedigend beantwortet werden kann. Inmitten der Legitimationskrise parlamentarischer Demokratien ruft man lautstark nach mehr Mitbestimmung, scheut jedoch die damit einhergehenden Konsequenzen. Auch in der Kunst ist „Partizipation“ eine zeitgemäße Zauberformel, die gleichermaßen begeistert gefordert wie mit Schrecken gefürchtet wird. Was also machen wir mit dem Mitmachen?

    Für das Doppelpass-Projekt „WAS IHR WOLLT“ untersucht das Performance-Kollektiv FUX gemeinsam mit dem Theater Oberhausen und dem Schauspielhaus Wien die Möglichkeiten und Grenzen politischer wie künstlerischer Teilhabe. Dafür entsteht an beiden Häusern eine abendfüllende Inszenierung, die das Thema jeweils auf ganz unterschiedliche Weise angeht.

    In der Spielzeit 2018/19 wird am Schauspielhaus Wien zusammen mit dem Ensemble ein Live-Dokumentar-Film über partizipative Strategien, Hoffnungen und Sackgassen entwickelt. Ein Status Quo der Mitbestimmung. Ein Gruselkabinett sozialer Optionen.

    In der Saison 2019/20 arbeiten FUX mit dem Theater Oberhausen dann selbst radikal partizipativ. Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt sollen in eigens einberufenen Versammlungen entscheiden, was sie in ihrem Theater sehen wollen – und das bekommen sie dann auch.

    Beide Produktionen loten das Theater als einen Ort aus, an dem sich eine mehr oder weniger große Gruppe von Menschen miteinander verständigen und schließlich auch gemeinsame Entscheidungen treffen muss. Denn nur mitgemacht ist wirklich. Ohnegemacht ist höchstens halb.

  • 1. Man möchte Mitmachen
    Wenn man mitmacht, ist man dabei.
    Wenn man nicht mitmacht, ist man außen vor.
    Dann macht man alleine.
    Aber alleine machen ist Betrug am Mitmachen, weil mitmachen nur mit anderen geht. Machen alleine ist ohnemachen.
    Nur wenn man mitmacht, macht man wirklich. Nur wenn man mit andern macht, macht man wirklich was, weil die andern das Machen erst wahr machen. Was Gemachtes ist nur wahr, wenn es mit (andern) gemacht wurde, wenn es ohne (andere) gemacht wurde, ist es gar nicht wirklich, dann ist es nur halb, dann ist es nur Probe, dann ist es gar nicht richtig da.
    Nur mitgemacht ist wirklich. Ohnegemacht ist höchstens halb.

    2. Wenn man mitmacht, wird’s trotzdem schlecht
    Alle sollen mitmachen. Aber so, wie ich’s machen würde!
    Wenn ich nicht mitmache, wird das nichts.
    Da sollte ich lieber mitmachen.
    Aber wenn ich mitmache, wird’s auch nicht so, wie ich’s machen würde.
    Es ist schrecklich. Schrecklich aber wahr. Ich mach mit, und trotzdem wird’s anders. Sogar wenn ich mitmache, wird’s schlecht. Was soll denn das? Was ist denn da los? Da stimmt doch was nicht.

    3. Man möchte nicht mitmachen
    Oft ist es gut, dass man nicht mitmacht.
    Oft sollen lieber andere machen, damit man selber nicht mitmachen muss oder woanders mitmachen kann.
    Kindertagesstätten, Schulen, Restaurants, Computerhersteller, Zeitungen, Reinigungsfirmen, Inkasso-Unternehmen, Parteien, Armeen, Suchmaschinen, Kunst.
    Zum Glück macht man nicht überall mit. Es wäre sonst nicht auszuhalten.

    4. Es gibt kein richtiges Mitmachen im falschen
    Wie gutes Mitmachen geht, das wissen wir gar nicht. Es fängt schon damit an, dass nicht alle gleichzeitig was machen können, wenn man was zusammen machen will. Es geht damit weiter, dass irgendjemand die Regeln macht, wie mitgemacht werden darf. Es hört damit auf, dass irgendjemand die Optionen macht, zwischen denen man sich entscheiden soll. Jedes Mitmachen macht irgendwann irgendwie nicht richtig mit.

    5. Mitmachen heißt Einverständnis
    Mitmachen, Teilhaben, Partizipieren – das klingt friedlich. Das klingt nicht nach Widerstand, obwohl man natürlich auch beim Widerstand mitmachen kann. Aber dann macht man eben mit. Partizipieren – heißt das nicht immer auch, sich auf etwas einzulassen, etwas beizupflichten, zu etwas beizutragen, dessen Rahmenbedingungen man nicht selbst gesetzt hat? Und ist nicht auch die Grundgeste der Demokratie, das Wählen, genau das? Teilhabe an einem System, das schon da ist, und in dem man eine darin vorgesehene Option auswählt? Und ist womöglich gerade das auch die Stabilität einer Gesellschaft, dass also die in ihr vorgesehene Teilhabe nichts Unvorhergesehenes produzieren darf?

    Exkurs: Autokorrektur
    Die Autokorrektur ist eine entmündigende Technologie. Sie sagt: „Ich weiß schon, was du sagen willst, ich mach’s schon mal fertig, okay? Da ist es, du brauchst dich nicht zu bedanken, mach einfach weiter. Oh, und nimm doch danach gleich dieses Wort und danach dieses. Ich weiß nämlich auch, was du sagen wirst.“
    Die Autokorrektur ist kränkend. Sie sagt: „Du bist nicht individuell. Du bist ausrechenbar. Und außerdem machst du ständig Rechtschreibfehler!“
    Die Autokorrektur ist normierend. Sie sagt, was gesagt werden soll.
    Sie überführt die schwerfällige Teilhabe an massenhafter Kommunikation in reibungslose Geschwindigkeit – durch Standardisierung. Die Autokorrektur standardisiert Partizipation. Darin ist sie ein Modell des Mitmachens in der Techno-Liberalismus-Kapitalismus-Demokratie. Oder ein Modell dessen, was Mitmachen von jeher sein könnte: Einspeisen von Input in einen standardisierten Korridor.

    6. Mitmachen heißt Widerspruch
    Wir nehmen teil. Wir nehmen uns einen Teil. Wir nehmen uns das Recht, einen Teil hinzuzufügen.
    Wir haben teil. Wir haben einen Teil. Wir nehmen uns das Recht, einen Teil davon zu haben. Wir nehmen uns das Recht, einen Teil, den wir haben, hinzuzufügen.
    Wir fügen dazu und nehmen heraus, nehmen uns heraus, herauszunehmen oder hinzuzufügen.
    Oder hinzugehen, um von unserem Irrtum ausgehend gemeinsam mit anderen Irrtümern zu etwas Anderem zu kommen, etwas Neuem: einem neuen Ganzen oder einem neuen Teil. Denn jedes Ganze von Menschenhand ist immer nur ein Teil.
    Emanzipatorisches Mitmachen wäre eigentlich Streit. Und zwar Streit mit offenem Ausgang. Streit ist nicht Krieg. Wir brauchen keine Feinde, sondern Gegner. Wir brauchen also Orte, also Institutionen, also öffentliche Räume, in denen Gegner aufeinandertreffen können.
    Das ist natürlich utopisch.

    Exkurs: Mitmachen im Theater
    Die Meisten haben Angst vorm Mitmachen im Theater. Wenn man Menschen fragt, ob sie mit ins Theater kommen wollen, dann fragen sie zuerst: „Muss man da mitmachen?“ Denn das wollen sie da anscheinend gerade nicht.
    Aber das Mitmachen im Theater ist ja nicht nur das Mitmachen beim Theater. Es ist ja auch schon mal was, dass all die Leute wirklich da sind, sich sehen und hören können, dass es Reaktionen gibt und Reaktionen auf Reaktionen. Da ist er doch, der Streitraum!
    Aber werden nicht nach der Vorstellung im Laufe der Diskussionen alle möglichen Meinungen über einen Theaterabend zu einer einzigen Grundhaltung konsolidiert? Und arbeitet die Theaterkritik nicht fleißig an dieser Konsolidierung mit? Und ist damit eben nicht Streit, sondern im ganzen Gegenteil Versöhnung, man könnte auch sagen: Konsens, man könnte auch sagen: Ausschaltung von Differenz, man könnte auch sagen: Gleichschaltung das Wesen des Theaters? Das Theater, eine Opportunismusmaschine. Das Theater, ein Konformitätshersteller – aber auch ein Modell dafür, wie gesellschaftlicher Konsens entsteht: als sich selbst steuernder Machtdiskurs in dem sich flächenbrandartig eine Meinung ausbreitet und durchsetzt.

    7. Mitmachen heißt Mitmachen auch der Ahnungslosen
    Beim Mitmachen reden Nicht-Experte bei Expertenthemen mit, sonst kann man das Mitmachen bleiben lassen. Wenn man mitmacht, ist man mit seiner eigenen Unzulänglichkeit konfrontiert – und das System mit der der Mitmachenden.

    8. Mitmachen heißt Alternativen suchen
    Wer heute mitmachen will, muss vielleicht sowieso mitmachen. Dringend gesucht wird eine Lösung für das Dilemma, mehr als sieben Milliarden gleichberechtige Menschen auf der Welt zu sein, die nicht gleichberechtigt sind. Unter anderem.

    9. Hier bitte nicht mitmachen!
    Ich bin hier. Ich stehe hier. Und ich stehe hier gerne! So wie ich bin. Ich bin kein Google-Doc. Du kannst mich nicht korrigieren. Du kannst nicht mehr in mich eingreifen. Du musst mich nehmen, wie ich bin. Aber nächstes Mal kannst du mitmachen. Wirklich.

    Falk Rößler & Nele Stuhler
    aus: „Theater Oberhausen. Die Spielzeit 2018/19“, S. 74f.

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